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 Verfolgung, Flucht, Widerstand und Hilfe außerhalb Europas im Zweiten Weltkrieg
Unterrichtsmaterialien zum Ausstellungsprojekt „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“
Herausgeber: Pädagogisches Zentrum FFM – Fritz Bauer Institut & Jüdisches Museum Frankfurt, 2013
Ausführliche Informationen (mit Bestelladresse und Inhaltsverzeichnis)


Wolfgang Geiger, Thomas Lange, Martin Liepach (Hg.),

Verfolgung, Flucht, Widerstand und Hilfe außerhalb Europas im Zweiten Weltkrieg
Unterrichtsmaterialien zum Ausstellungsprojekt „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ (Rheinisches JournalistInnenbüro / Recherche International e.V.)
Frankfurt am Main, 2013, 73 Seiten, 7,00 €


Die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ löst die Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg von der Engführung auf die europäischen Kriegsschauplätze und die weißen europäischen Akteure und Opfer. Sie lenkt den Blick auf das Geschehen und die Schicksale vor allem in Afrika und Asien.
Als Pädagogisches Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums schlagen wir in diesem Pädagogischen Materialheft Ergänzungen oder Fokussierungen vor, die keinesfalls als Alternativen zu den Themen dieser Ausstellung zu verstehen sind.
Es sind Themen, die auf die bemerkenswerten Fälle der Solidarität nordafrikanischer und arabischer Muslime mit antisemitisch verfolgten jüdischen Nachbarn aufmerksam machen. Andererseits gilt es die problematische Rolle arabischer Würdenträger zu betrachten, die im Interesse ihrer Nationalbewegungen mit dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland kooperierten. Zugleich zeigt sich gerade beim Blick auf die Geschichte des Nahen Ostens in den 1930er und 40er Jahren, dass diese Region mit dem Ende der osmanischen Herrschaft in eine Epoche der Gewalt stürzt, die in vielen Aspekten allein aus den Interessen der europäischen Kolonialmächte erwachsen ist. Diese Sicht auf eine auch heute „heiße“ Region aus einem nicht eurozentrischen Blick bietet neue und gerade für muslimisch identifizierte Jugendliche unerwartete Perspektiven und Identifikationsmöglichkeiten.
Im Blick auf die asiatischen Kriegsschauplätze schlagen wir zum einen die Beschäftigung mit der besonderen Rolle der Stadt Shanghai als Fluchtort für viele europäische Juden vor, wobei sowohl die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Einheimischen bzw. der Behörden und die schwierigen Lebensverhältnisse der Flüchtlinge betrachtet werden können. Das andere Thema, das Massaker von Nanking, hat mit der Verfolgung der Juden auf den ersten Blick wenig zu tun. Es ist ein Stück der Geschichte des Krieges zwischen Japan und China. Da es sich hier allerdings um ein Verbrechen handelt, bei dem Tausende von Zivilisten ermordet wurden,  stellen sich Fragen, die mit unseren Fragen an den Umgang mit der Geschichte des Holocaust in Bezug gesetzt werden können: Wie lassen sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen beschreiben? Wie geht eine Gesellschaft nach Jahrzehnten mit der Erinnerung an Verbrechen um, die ihre Vorfahren begangen haben? Die Geschichte von John Rabe, der in Nanking maßgeblich an der Rettung chinesischer Zivilisten vor diesem von japanischen Soldaten begangenen Kriegsverbrechen beteiligt war, zeigt eine Person, die ein überzeugter Nationalsozialist und doch bedingungslos den bedrohten Menschen half. Es geht also um ein Dilemma der Bewertung einer historischen Person.
Dieses Heft hat nicht die Aufgabe, ein abgeschlossenes Unterrichtsprojekt vorzustellen. Die einzelnen thematischen Blöcke können als Ergänzung zur Nutzung der Ausstellung bzw. des Katalogbuches „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ eingesetzt werden und dabei eine Brücke zum Thema NS-Geschichte und Holocaust schlagen helfen. Sie können unabhängig davon für die Konzeption von Unterricht zum Zweiten Weltkrieg eingesetzt werden, wenn der Forderung nach einer deutlichen Berücksichtigung globaler Geschichtsbezüge Rechnung getragen werden soll.

Inhaltsübersicht:
Didaktische Einführung
Der Nahe Osten um 1940
Historischer Hintergrund
Materialien:
Karte: 2. Weltkrieg 1941–43 in Europa und dem Mittelmeerraum
Die Situation in Palästina im Frühjahr 1941
Ein Rückblick aus dem Jahr 1945
Überlegungen im US-Außenministerium
zum Nahen Osten im Frühjahr 1941  12
Hitlers Weisungen an die Wehrmacht Mitte 1941  15
Erste Begegnung des Mufti von Jerusalem,
Hadj Amin al-Husseini, mit Hitler am 28.11.1941  16

Der Mittelmeerraum und der Maghreb
Historischer Hintergrund
Material:
Französisch-Nordafrika unter der Vichy-Regierung: 
Beispiel Algerien. (Auszug aus dem Buch von Robert Satloff, Among the Righteous)
2.1. Libyen und der Afrikafeldzug. Überblick
Materialien:
Zeitzeugenberichte über das KZ Giado in Libyen  29
2.2. Tunesien und die SS. Einleitung
Materialien:
Zwangsarbeit und Verhaftungen in Tunis am 9.12.1942
Erschießungen
Telegraphischer Bericht des Gesandten Rudolf Rahn nach Berlin: Die Situation im Dezember 1942 und die Perspektiven der deutschen Besatzungspolitik
Arabische Solidarität mit Juden (Auszug aus dem Buch von Robert Satloff, Among the Righteous(

Der Ferne Osten im Zweiten Weltkrieg
Historischer Hintergrund
Material:
Karte: Japanisch-chinesischer Krieg und Beginn des 2. Weltkriegs in Ostasien
3.1. John Rabe und das Massaker von Nanking
Materialien:
Karten von Nanking
Auszüge aus dem Tagebuch von John Rabe  50
Aufzeichnung der deutschen Botschaft in Nanking, 13.1.1937
Japanische Antwort auf die Vorwürfe hinsichtlich der Kriegsverbrechen, 2005

3.2 Shanghai als Rettungsort für jüdische Flüchtlinge aus Europa
Materialien:
Karte von Shanghai 1935/1943
Zeugnisse über das Exil in Shanghai:
Sonja Mühlberger: Eine Kindheit unter Chinesen
Horst Eisfelder: Das Ghetto
W. Michael Blumenthal: „… bei vielen wuchs das Bewußtsein dafür, was es heißt, Jude zu sein“

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